Mit der Handglocke kehrt ein Stück Heimatgeschichte nach Lauf zurück
Ortshistoriker Alfred Graf vermittelte der Gemeinde die Rückkehr der Handglocke des Laufer „Botts“. Er schreibt dazu:
Der Bott schellt aus: Ignaz Graf und eine alte Tradition
Vor einiger Zeit erhielt ich von einem Freund aus Freiburg die Handglocke, mit der der Laufer „Bott“ einst seine Bekanntmachungen ausrief. Mein Freund war der Meinung, dass diese Glocke nach Lauf zurückgehört. Viele ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger werden sich noch an ihren Klang und an den Ruf erinnern: „Bekanntmachung!“
Früher wurden die amtlichen Bekanntmachungen der Gemeinde „ausgeschellt“. Diese Aufgabe übernahm der Ortsdiener. Mit der Ortsschelle, einer Handglocke, zog er durch den Ort und machte an festgelegten Plätzen durch ihr Läuten die Einwohner darauf aufmerksam, dass wichtige Nachrichten der Gemeindeverwaltung zu verkünden waren. Sobald die Glocke erklang, versammelten sich die Anwohner, um die Bekanntmachungen zu hören.
Der letzte Laufer Ortsdiener war Ignaz Graf, der dieses Amt bis in die 1960er-Jahre ausübte. Er war Kriegsveteran und hatte seinen linken Arm verloren. Trotz dieser schweren Verwundung versah er seinen Dienst zuverlässig und läutete die Ortsschelle mit nur einer Hand.
Der Bottestein – die Sonntagsbekanntmachungen
Früher begann der katholische Sonntagsgottesdienst stets um halb zehn. Im Anschluss daran fand der sogenannte Bottestein statt.
Der Bott stellte sich an ein Fenster des Rathauses und verlas die Bekanntmachungen der Gemeinde. Zuhörer waren vor allem die Männer des Dorfes. Die Frauen hatten bereits die Frühmesse besucht und waren zu Hause mit der Zubereitung des Mittagessens beschäftigt. Die Männer versammelten sich vor dem Rathaus, auf den Kirchenstaffeln oder oben auf dem Kirchplatz, um den Verlautbarungen zu lauschen.
Nach den Bekanntmachungen blieb noch genügend Zeit für einen Frühschoppen in der Wirtschaft. Dort wurde bei einem Glas Wein oder Bier über die Neuigkeiten und die Dorfpolitik diskutiert. Wenn die Männer anschließend nach Hause kamen, stand das Mittagessen meist schon auf dem Tisch.





