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Der Laufer Wald wird umgebaut: Mehr Baumartenvielfalt ist das Ziel

13. Mai 2026

Der Wald der Gemeinde Lauf liegt rund um den Ortsteil Glashütte, reicht bis zur Hohritt und umfasst eine Fläche von 600 Hektar. Dass es gut um ihn bestellt ist, erfuhren Verwaltung und Gemeinderäte bei einer Begehung am Freitag. Bürgermeisterin Bettina Kist begrüßte Denis Schüle vom Regierungspräsidium Freiburg, Referat Forsteinrichtung und Forstliche Geoinformation. Er hatte sich über Monate intensiv mit dem Laufer Gemeindewald befasst und ein Forsteinrichtungswerk für 2026 bis 2035 erstellt.

Begleitet wurde er von Forstbezirksleiterin Yvonne Bierer, Forstrevierleiter Michael Ratzel und Trainee Helena Fink, die Michael Ratzel schon längere Zeit unterstützt. Michael Ratzel betreut den Laufer Wald bereits seit 37 Jahren. Zum 1.3.2027 geht er in den Ruhestand. Er überbrachte die gute Nachricht, dass ihm für das Jahr 2025 ein Rekordergebnis gelungen sei. Die noch vorläufigen Zahlen deuten auf einen Gewinn aus der Forstwirtschaft für die Gemeinde von etwa 290.000 Euro hin. Dafür bekam er mitten im Wald einen Applaus.

An der mehr als dreistündigen Begehung nahmen sieben Gemeinderäte und mehrere Vertreter der Verwaltung teil. „Wir haben schon im letzten Jahr im Gemeinderat und bei der Waldbegehung unsere Ziele für den Wald festgelegt“, sagte Bettina Kist. Sie seien in das neue Forsteinrichtungswerk eingeflossen.

Am Kroppenkopf besichtigte die Gruppe eine Pflanzung von 400 jungen Eichen auf einer Fläche, auf der zuvor Fichten gewachsen und vom Borkenkäfer befallen worden waren. Hier stellte Denis Schüle vor, wie sich der Gemeindewald derzeit zusammensetzt. 36 Prozent der Bäume sind Fichten, 31 Prozent Buchen, zehn Prozent Douglasien und neun Prozent Tannen. Eichen kommen bisher kaum vor. Auf einem Drittel der über 60 Jahre alten Waldbestände gibt es genug Nachwuchs unter dem Schirm der alten Bäume. „Nur kommen durch die Naturverjüngung nicht immer die Bäume, die wir gern hätten“, sagte Revierleiter Ratzel. Deshalb werde auf überschaubaren Flächen eingegriffen.

Am Sodkopf wurden zuletzt rund 1000 Festmeter Fichten geschlagen. Das Ergebnis waren nicht nur große Polder mit verschiedenen Stammstärken am Weg, sondern auch mehr Licht auf dem Waldboden. „Hier können jetzt die Samen verschiedener Arten aufgehen“, erklärte der Experte des Regierungspräsidiums.

In den nächsten zehn Jahren soll pro Jahr ein Hektar Altbestand in Jungbestand umgebaut werden. Der Anteil an Fichten soll zugunsten einer Baumartenvielfalt reduziert werden. Auf rund 10 Hektar sollen dazu Douglasien, Tannen, Zedern, Eichen und Hainbuchen gepflanzt werden. 77 Hektar junger Wald soll durchforstet werden, um Mischbestände zu erzielen. 760 Douglasien und Traubeneichen sollen bis in sechs Meter Höhe geästet werden, um ihren Wert zu steigern. Außerdem brauchen die Forstleute zwei neue Maschinenwege mit einer Länge von zusammen 800 Meter, um neue Waldabteilungen zu erreichen.

Von 2016 bis 2025 wurden im Kommunalwald rund 60.000 Kubikmeter Holz geerntet. Das entsprach 10 Kubikmetern pro Hektar. Für die nächsten zehn Jahre schlägt der Forsteinrichter vor, 64.000 Kubikmeter zu ernten. Der Fokus soll auf dem Abschmelzen der Fichtenvorräte liegen, um die Naturverjüngungsvorräte zu erhöhen. Er hat berechnet, dass bis 2025 rund 68.000 Kubikmeter Holz zuwachsen, was 11,4 Kubikmeter pro Hektar entspricht.

Am Steinsöd besichtigte die Gruppe ein junges Waldstück, auf dem viele Arten natürlich aufgegangen sind und das jetzt erstmals durchforstet wurde. 2025 hatte ein bewährter Unternehmer diese Arbeit auf vier Hektar geleistet. Dieses Jahr soll es damit weitergehen. Die genauen Vorgaben, welche Arten umgesägt und welche geschont werden, kommen von Michael Ratzel. Nur wenn zwischen den dicht wachsenden jungen Bäumen Abstände geschaffen werden, können sie sich gut weiter entwickeln, erklärte er. Ließe man alles weiter wachsen, würden langfristig Kiefern und Birken wieder verschwinden, ergänzte Yvonne Bierer.

Am Ende der Waldbegehung stattete die Gruppe noch der 2025 in der Nähe des Sodkopfes geschürften Wasserquelle einen Besuch ab. Das Wasser wird dort jetzt in Rohren geführt, damit es nicht verunreinigt werden kann. Wenn es sich als geeignet erweist, könnte es nach einem Genehmigungsverfahren und umfangreichen Investitionen in die Wasserversorgung des Dorfes mit einbezogen werden. „Derzeit wird es zunächst über einen längeren Zeitraum beprobt und die Schüttung beobachtet“, erklärte Bettina Kist.

In der nächsten Gemeinderatssitzung am 19. Mai soll das Gremium das neue Forsteinrichtungswerek 2026 bis 2035 für den Gemeindewald formell beschließen.



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