Vorhang auf!- Das 12. Kinder- und Jugendtheaterfestival 2026 wirft seine Schatten voraus
Es ist eine Idee aus dem Jahr 2001, die bis heute trägt. Damals tüftelten der in Ottersweier lebende Künstler Stefan Klehenz und Bürgermeister Jürgen Pfetzer (CDU) an einem Projekt, das Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum das Theaterspiel näherbringen sollte. Gemeinsam mit dem damaligen Bühlertäler Bürgermeister Jürgen Bäuerle wagte das Team mit dem “Kinder- und Jugendtheater-Festival” etwas völlig Neues. Das Konzept bewährte sich. Im Oktober startet die zwölfte Auflage des Festivals. Inzwischen profitieren auch Kinder und Jugendliche in Sasbach, Lauf, Sasbachwalden und Kappelrodeck von dem Programm, das das Theaterspiel direkt in ihre Gemeinden bringt.
Nun trafen sich die Bürgermeister Jürgen Pfetzer, Urs Kramer (parteilos) aus Bühlertal und Laufs Bürgermeisterin Bettina Kist (parteilos) mit Sponsoren bei der Sparkasse in Bühl, wo traditionell das Festivalprogramm vorgestellt wird. Künstlerischer Leiter ist weiterhin Stefan Klehenz, der über die Jahre viele Kontakte geknüpft und zahlreiche Künstlergruppen erlebt hat.
“Ich kenne mittlerweile die Gruppen, schau mir aber doch die meisten Stücke vorher an, ob die Qualität passt und ob sich das Thema gut einfügt”, sagt Stefan Klehenz bei der Programmvorstellung. Mitgebracht hat er das druckfrische Programmheft, das nun in den Gemeinden und in den Schulen verteilt wird. Der Eintrittspreis von fünf Euro gilt für jedes Theaterstück.
Zwischen Montag, 5. Oktober, und Freitag, 23. Oktober, finden 17 Gastspiele für verschiedene Altersklassen statt. Die Künstler arbeiten laut Klehenz allesamt professionell und bringen eine Mischung aus Schauspiel, Figurentheater, Tanztheater, Clownerie und Straßentheater auf die Bühnen der Gemeinden. “Solche Live-Erlebnisse sind wie Vitamine für’s Gemüt”, schreibt Stefan Klehenz in seinem Vorwort zum Theaterprogramm. “Oft werden die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv in die Handlung einbezogen und im Anschluss können sie mit den Künstlern auch sprechen und Fragen stellen.”
Los geht es am 5. Oktober in Kappelrodeck mit dem Zirkus Dralladoni. “Das ist eine tolle Mischung zwischen Puppentheater, Schattenspiel und Zauberei”, stellt Klehenz die Auftaktveranstaltung vor. “Es ist absolut faszinierend, was Direktor Dralladoni alles mit den Händen fabriziert.”
Einen Tag später ist das Theater Patati-Patata in Bühlertal zu Gast. Im Stück “Gustav der Flugradbauer” geht es um einen Tüftler, um das Anderssein und um die Fantasie, die zu Großem beflügelt. Tatsächlich entsteht im Laufe der Vorstellung ein Flugfahrrad, das nach dem Verlassen der Werkstatt abhebt.
Am Mittwoch, 7. Oktober, folgt in Lauf ein witziger Wettstreit zwischen einem großmäuligen Tiger und einem kleinen, mutigen Stachelschwein. Hier erleben schon Kinder ab drei Jahren ihren Theaterspaß. Literarische Vorbilder stehen bei den folgenden Stücken in Ottersweier und Sasbach im Mittelpunkt. Im Schauspiel “Weg” ist es die Raupe Nimmersatt, im clownesken Theater Sven Nordqvists “Nicke”.
Auch der bekannte Shakespeare-Darsteller Bernd Lafrenz ist mit der Freiburger Theater Compagnie dabei. Am Dienstag, 13. Oktober, bringt das Team eine turbulente Komödie frei nach Molières “eingebildetem Kranken” in Bühlertal auf die Bühne.
Zum ersten Mal hat Klehenz ein Straßentheater engagiert. PassParTout kommt mit einem Clown und einem Elefanten nach Sasbach zu den Kindern ab sechs Jahren. “Es ist famos, was die Gruppe da präsentiert”, ist selbst Theaterprofi Klehenz beeindruckt von dem Geschehen.
Neu ist auch das Tanztheater Erdmann-Rajski aus Stuttgart. “Das ist eine große Produktion mit zwölf Tänzerinnen und Tänzern”, kündigt Stefan Klehenz an. An den beiden letzten Tagen des Festivals werden in Ottersweier und in Sasbach Schauspiele für Jugendliche ab 14 Jahren aufgeführt. Einmal geht es um Populismus, Hate Speech und Fake News, das andere Mal um heutige Parallelen zu den 1920er-Jahren.
Der Abschluss des Festivals ist am Freitag, 23. Oktober, abends im Gemeindezentrum Ottersweier geplant. Dort kann jeder Gast Teil eines interaktiven Musiktheaters werden. Die Kinder und Jugendlichen, die parallel in den beiden Theaterwochen einen Circus-Workshop besuchen dürfen, zeigen, was sie einstudiert haben. Die offene Jugendarbeit übernimmt die Bewirtung. Der Eintritt ist frei.
Das gesamte Programm gibt es unter: www.kiju-theaterfestival.de




